Jenner Depner

Coffee Talk: Jenna Depner, Zweifach-Mama, Moderatorin und #Gutenmorgenohnesorgen-Queen

Ladies, Zeit für einen Coffee Talk, der letzte ist viel zu lang her! In der heutigen Edition mit Jenna Depner (36). Mama von Bobbie (11 Wochen) und Charlie (3 Jahre), Moderatorin und die lustigste Ulk-Nudel mit großem Herz, die ich kenne. Die ehemalige Charivari Morningshow-Moderatorin hat Insta-Stories für sich entdeckt und moderiert seit kurzem täglich stilecht mit ihren alten Radiokopfhörer auf den Ohren das Wetter. So lustig, dass ich mich wegschreien muss vor Lachen. Wer gute Laune am Morgen gebrauchen kann: Einschalten! Werdet ihr nach dem sympathischen Coffee Talk aber vermutlich eh machen.


Jenna Depner Moderatorin

Jenna und ich haben uns – wie sollte es anders sein – über Frauen verbinden kennengelernt. Beim Neujahrsempfang im Januar 2018 in der Allianz Arena. Zwei Mamas, eine Leidenschaft für Leo-Muster (deine Leo-Schuhe waren der Wahnsinn, Jenna) und Netzwerken. Ich kannte Jenna Depner aber längst aus ihren Morningshow-Zeiten. Okay, hiermit oute ich mich als Radiohörerin. Ich mag die lustigen Dialoge.

Jetzt aber genug der Worte, es folgen noch ein Dutzend davon. Bei einem 65 Minuten langen Telefon- Interview mit Jenna (die by the way für zwei IG-Stories so lange braucht, wie andere für acht) kommt einiges an Text zusammen. Die schönste Stadt der Welt hat Jenna übrigens gegen Maastricht eingetauscht. Warum Maastricht so toll für Kinder ist, wie die Working Mom Kind und Karriere unter einen Hut kriegt und woher Jenna diese positive Lebenseinstellung nimmt, erzählt sie euch jetzt. Viel Spaß beim Coffee Talk mit Jenna Depner:

Liebe Jenna, kommen wir gleich zur Sache: Maastricht oder München?

München! Ja, das ist definitiv die schönste Stadt der Welt für mich. Und ich vermisse meine Freunde mindestens genauso, wie die bayerische Brezn. Aber inzwischen habe ich auch gelernt, Maastricht zu lieben. Eine bezaubernde Mini-Metropole in einem großartigen Land. Ich habe mich nicht nur in einen Niederländer namens Arni unsterblich verliebt, ich habe mich auch in die Niederlande verliebt. Die Menschen hier sind so weltoffen, lustig und einfach ein bisschen relaxter, als ich das aus Deutschland kenne. Ich habe das Gefühl, die leben das Leben mit viel mehr Leichtigkeit und Gelassenheit. Und ich liebe es, dass meine zwei Mädels hier aufwachsen dürfen.

Maastricht ist zwar wirklich klein, besonders im Vergleich zu München, aber es ist auch total international, dank der tausenden Touristen und der vielen Studenten aus aller Welt. Und im Vergleich zu München ist es sogar realistisch, hier einen Kindergartenplatz für sein Kind zu bekommen, ohne es drei Jahre vor der Geburt anmelden zu müssen. Ist das nicht fantastisch?! Wir wohnen hier mitten im Zentrum. Das heißt, es gibt viel Action direkt vor unserem Haus und dank vieler Freunde auch in unserem Haus. Das brauche ich auch. Das kompensiert meine „Münchner Sehnsucht“ ganz gut!

Wie lange warst du eigentlich bei der Morningshow?

Sieben Jahre lang durfte ich gemeinsam mit Herold jeden Morgen die schönste Stadt der Welt wecken. Und ich habe jede einzelne Sekunde davon geliebt. Ganz besonders weil Herold für mich nicht nur ein Kollege, sondern ein Freund ist. Ich denke, das hat der Hörer gespürt, dass da zwei moderieren, die sich mehr als gut verstehen. Wir waren ein Team auf Augenhöhe. Das passte bei uns einfach wie „Arsch auf Eimer“. Er war der Arsch und ich der Eimer.

Warum war Schluss?

Das kam ganz unerwartet. Und wenn ich heute daran denke, blutet mir immer noch mein Herz, weil ich nie richtig Tschüss sagen konnte. Ich war in der 16. Schwangerschaftswoche, als ich im Radio meine Schwangerschaft mit Charlie verkündete. Voller Hoffnung, dass es eine entspannte Schwangerschaft wird.

In der 20. Schwangerschaftswoche erhielt ich allerdings aus dem Nichts die Diagnose: Gebärmutterhals zu kurz. Von da an musste ich liegen. Und weil die Wehen-hemmenden Tabletten bei mir einfach nicht angeschlagen haben, war ich am Tropf ans Krankenhausbett gefesselt. In einem rosa-farbenen Zweibettzimmer, 16 lange Wochen. Das war echt verrückt! Schließlich war ich ja topfit. Ich durfte mich nur nicht bewegen. Das Krankenhaus wurde in dieser Zeit mein Kranken-Zuhaus und ich habe versucht, das Positive zu sehen. Wann bekommt man schonmal 16 Wochen lang jeden Tag Frühstück ans Bett gebracht. Das ist doch fantastisch! Ok, dass es nicht schmeckte, ist eine andere Geschichte …

Und jetzt?

Nach Charlies Geburt wollte ich eigentlich wieder an Herolds Seite mit meinem „Guten Morgen ohne Sorgen“ die Münchner wecken. Doch alles kam anders. Denn dann kam Bobbie. Am 11.11.2019! Mein ganz persönlicher Glückstag. Am 11.11. haben Arni und ich uns nämlich am Kölner Karneval kennengelernt und Hals über Kopf verliebt. Eine fast romantische Lovestory, die zeigt, dass man auch sehr betrunken und komisch verkleidet, die Liebe seines Lebens finden kann.

Und was soll ich sagen, mit zwei Kids muss man seine berufliche Situation nochmal ganz neu überdenken. Momentan bin ich in Elternzeit und kümmere mich hauptsächlich um Charlie und Bobbie. Und natürlich um Arni! Ein Mann ist ja meistens noch anstrengender als zwei Kinder. Neben meinem Job als Radiomoderatorin war ich schon immer selbstständige Moderatorin und das habe ich nie aufgegeben. Ich bin super happy, dass ich im Februar schon das erste Mal auf der Bühne stehen werde. Ich darf zum dritten Mal in Folge die Goldene Unruh von Focus moderieren. Da werden die schönsten Uhren der Welt prämiert. Der Job kam damals übrigens über Carolin Rottländer (Anm. d. Redaktion: Hier als Summer-Mama auf dem Blog), eine der vielen Super-Women aus dem Frauennetzwerk Frauen verbinden! Liebe Carolin, falls du das liest: in der Kathedrale meines Herzens brennt ein riesig großes Lichtlein für dich!

Wie bekommst du Kind und Karriere unter einen Hut?

Für meinen ersten Moderationsjob bei der Goldenen Unruh muss ein bisschen mehr vorab organisiert werden, als normal. Bobbie wird momentan noch voll gestillt. Das heisst, ich muss genügend Milch abpumpen, damit sie die 24 Stunden ohne mich und ohne meine Brüste glücklich und zufrieden übersteht. Und ich musste mir jetzt erstmal Profi-Stillpads besorgen, damit es auf der Bühne unter meinem kleinen Schwarzen zu keinem Unglück kommt. Wenn du weisst, was ich meine… Das ist ja irgendwie echt ein hoch unerotisches Thema. Aber so sieht’s nunmal aus, das Leben einer nicht „stillen“, stillenden Mama.

Im Alltag stehe ich übrigens zwischen fünf und sechs auf und kann so den Morgen total produktiv nutzen. Ich bin der absolute Morgenmensch. Sofort voller Energie, wenn ich aus dem Bett springe. Das ist super, weil ich total produktiv sein kein, wenn der Rest meiner kleinen Welt noch schläft. Um elf ist mir allerdings manchmal fast wieder langweilig, weil ich alle To do’s erledigt habe. Ein Luxus-Problem!

Moderatorin Jenna Depner

Zurück zu deiner beruflichen Situation. Ich finde dich in deinen IG-Videos zum Schreien, wäre TV nicht etwas für dich?

Total. Und ich wohne momentan nur eine Stunde von der Medien-Metropole Köln entfernt. Aber natürlich braucht es das richtige Format beziehungsweise auch ganz viel Mut von den Fernsehmachern, an eine Radiomoderatorin und zweifache Mama zu glauben. Ich arbeite aktuell mit einem Management zusammen, die zumindest an mich glauben. Und wer weiß, vielleicht darf ich Inka Bause ja irgendwann mal bei „Bauer sucht Frau“ ablösen. Ich liebe dieses Format! Aber eigentlich nur, wegen all der Alliterationen. Schöne Grüße an den kräftigen Kartoffelbauern Klaus aus Kleve.

Apropos Instagram, woher kommt diese neue „Leidenschaft“?

Ich liebe es, dass ich diese blöde Idee hatte, mir bei Instagram meine alten Kopfhörer aufzusetzen, um meinen Followern jeden Morgen das Wetter zu machen. Wie damals. Und das Beste ist, ich kann nicht nur mich, sondern im besten Fall auch andere Leute glücklich machen. Dabei ist es völlig egal, ob ich das für eine Person oder 10.000 Menschen mache. Beim Radio wusste ich letzten Endes auch nie, wie viele da gerade an der „anderen Seite“ sind.

Ich kann in meinen Stories einfach so sein, wie ich bin und das machen, woran ich Spaß habe. Ich als Jenna, nicht „nur“ als Mama.

Natürlich spreche ich auch über Themen aus dem Mamaleben und über ernsthafte Themen, die mich berühren. Ich bin einfach ich. Wer allerdings auf der Suche nach Duftkerzen, Haarmasken oder Tee ist, wird bei mir nicht fündig! Und sorry, ich habe auch keine Rabatt-Codes!

Schaust du dir andere Stories auf Instagram an?

Inzwischen denke ich wirklich, dass Home Shopping Europe ein S*** gegen Instagram ist. Was einem hier alles verkauft wird, ist doch nicht mehr normal. Duftkerzen kaufe ich lieber weiterhin bei IKEA. Ich brauche keine selbsternannte Influencerin, die mir dieses unnötige Zeug ständig auf ihrem Account zu einem utopischen Preis anbietet – selbst wenn ich einen Sternzeichen-Ring in der abgebrannten Kerze finde. Ich „konsumiere“ bei Instagram am liebsten „echte“ Menschen.

MeineSvenja ist ein Instagram Account, den ich wirklich liebe. Wahrscheinlich, weil ich Svenja auch im wahren Leben liebe. Sie ist einfach total authentisch und man kann so, so viel von ihr lernen. Und vielleicht schenkt sie mir ja jetzt ein selbstgemachtes „Jenna-GIF“, nachdem ich hier groß Werbung für sie gemacht habe. (lacht)

Ansonsten liebe ich Mädels wie Ines Anioli, Larissa Riess oder Elisabeth Koblitz. Die sind echt und authentisch. Also echt authentisch! Und den Instagram Account der Tagesschau.

#Gutenmorgenohnesorgen ist gesetzt. Hast du mal Sorgen?

Natürlich! Mein Vater verunglückte tödlich bei einem Verkehrsunfall. Da war ich 20. Er war mein Hero, mein Superstar, mein Ein und Alles. Und plötzlich wurde er mir genommen. Den Anruf, als ich es erfahren habe, werde ich niemals vergessen. Das war der schwärzeste Tag meines Lebens. Es war schrecklich! Ich habe unfassbar um meinen Vater getrauert. Doch irgendwann kam der Punkt, an dem ich nicht mehr traurig sein wollte. Ich war einfach nur noch glücklich und dankbar, dass ich ihn überhaupt 20 Jahre als Vater haben durfte. Ich hatte dank ihm die schönste Kindheit. Wundervolle Erinnerungen, die mir niemand nehmen kann. Er ist jetzt ein Engel. Bobbies und Charlies Schutzengel, der immer über sie wacht. Hinterm Horizont geht’s weiter!

Diese Lebensfreude versprühst da aber echt! Verfolgst du ein Ziel mit deinem Insta-Game?

Ich wünsche mir, dass die Menschen wieder mehr lächeln. Das haben die meisten doch inzwischen verlernt. Das wahre Leben ist so emotionslos geworden. Und wenn Leute lächeln, ist es auf Social Media mit einem Emoji. Ist das nicht traurig? Aber es ist auch schwierig, immer glücklich zu sein. Vor allem in Zeiten von Social Media. Da gibt es einen klugen Spruch:

„Der Vergleich ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit“.

Natürlich wird man heutzutage dazu verleitet, sich ständig in den sozialen Netzwerken mit all den viel zu perfekten Filter-Menschen zu vergleichen. Aber statt sich zu vergleichen, sollten wir lieber versuchen, anders zu sein. Wir selbst zu sein. Was wäre das für eine langweilige Welt, wenn wir alle gleich wären. Ich hab da keine Lust drauf!

Das finde ich richtig und wichtig. Du zeigst dich auf Instagram entspannt im Bikini am Pool nach der Geburt – mit mega Body. Da dachte ich ehrlicherweise: Oha, die ist mutig. Gab es einen Shitstorm?

Natürlich! Da habe ich viele bitterböse Nachrichten bekommen, was nicht anders zu erwarten war. That’s Instagram! Aber ich vertrete die Meinung, dass es auch schön sein kann, wenn man sieht, dass man nach einer Geburt beziehungsweise zwei Kindern auch so aussehen kann. Jeder Körper erzählt eine wunderschöne Geschichte nach der Geburt. Das ist die Geschichte meines Körpers. Warum immer nur das Negative zeigen? In der Schwangerschaft wirst du dick, alles ist s****. Nein, das Leben geht weiter und kann sogar sehr schön sein. Du sagst ja auch auf deinem Blog

„Das Mamasein schließt das Leben nicht aus. Im Gegenteil, es zieht es magisch an.“.

Total, ich sehe das wie du und möchte den Leuten mit meinen Themen und Tipps eine Freude machen. Es ist anders, wenn wir schwanger sind und anders, wenn die Kids da sind. Aber wir haben es in der Hand und es ist das schönste Leben. Ich habe es geliebt, schwanger zu sein. Und ich liebe meine kleine Familie. Okay, bevor ich jetzt ausschweife schnell zurück zu dir …

Wo wir schon beim Echt sein sind. Welche Werte vermittelst du deinen Kindern?

Sei authentisch. Sei verrückt. Sei Kind. Sei dankbar – auch für die kleinen Dinge im Leben. Und gönne Menschen ihr Glück. Es gibt ein tolles Zitat von Charlie Chaplin, das von mir kommen könnte:

„Singe, lache, tanze und liebe und genieße jeden Augenblick deines Lebens! Bevor der Vorhang fällt und das Theaterstück ohne Applaus zu Ende geht.“

Charlie Chaplin

Wer danach lebt, hat ganz sicher ein schönes Leben vor sich und das wünsche ich Bobbie und Charlie von Herzen.

Jennaaa, schön!!! Können wir bitte öfter telefonieren?!

Ah, eine letzte Frage noch: Was ist aus deiner Kaugummisucht geworden? Diese lustigen Morning-Show-Episoden über deine Sucht habe ich bis heute nicht vergessen. Damit hast du mich zum Lachen gebracht!

Tatsächlich kaue ich pro Tag immer noch circa drei bis vier Packungen Kaugummi. Aber nur die Streifen-Kaugummis. Ganz old school. Und immer zwei Streifen auf einmal. Ich bilde mir ein, dass dann der Geschmack länger anhält. Ist ehrlich gesagt gar keine so schlechte Sucht. Arni freut sich immer, dass ich nicht so viel rede, wenn ich Kaugummi kaue.

Hahaha, wie lustig! 1000 Dank für den tollen Coffee Talk. Hast du noch ein paar Worte übrig (kleiner Scherz) für ein Schluß-Statement?

Ich sag’s mit Chaplins Worten: „Singt, lacht, tanzt und liebt!“.

Oh man, jetzt hab ich ganz schön viel geredet. Danke, dass du mir so lange zugehört hast, liebste Claire. Das hat unfassbar viel Spaß gemacht mit dir zu reden. Arni hätte längst aufgelegt.


Liebe Jenna, das war vielleicht lustig und so interessant, mit dir zu ratschen!! Danke für deine spontane Zeit und dieses tolle Interview. Ich hoffe, wir sehen uns bald in München wieder!