Breast Cancer Awareness: München wird pink

Brustkrebs Bewusstsein Interview

Der Monat Oktober ist Breast Cancer Awareness Month – das Bewusstsein für Brustkrebs. Ein wichtiges Thema, das jede Frau betrifft. Als mich die Einladung von Frauen verbinden – dem Frauennetzwerk der Messe München – zur heutigen Abendveranstaltung „Bewusstsein für Brustkrebs“ erreichte, musste ich leider feststellen, mich bis dato zu wenig mit diesem wichtigen Thema auseinandergesetzt zu haben und fing an zu googlen. Designer und Künstler aus der ganzen Welt engagieren sich für Breast Cancer Awareness. Beatles-Tochter Stella McCartney gemeinsam mit Sängerin Alicia Keys, Modefirmen wie das französische Label ba&sh und Beauty-Marken wie Estée Lauder launchen Pink-Ribbon-Produkte. Bemerkenswert ist im Oktober das Erstrahlen von prominenten Bauten weltweit in Pink. Heute Abend (23. Oktober 2017) wird München pink!

Pink Ribbon

Vor 25 Jahren rief Estée Lauder Companies die Breast Cancer Awareness Campaign ins Leben, um Bewusstsein zu schaffen und Brustkrebs zu besiegen. So schuf vor 25 Jahren Evelyn H. Lauder zusammen mit der damaligen SELF Magazin-Chefin Alexandra Penney die Pink Ribbon (die rosa Schleife). Die rosa Schleife ist seither das Symbol für Brustkrebsbewusstsein.

München wird pink

Heute Abend werden durch die gemeinsame Initiative von Frauen verbinden und Estée Lauder bedeutungsvolle Gebäude in München pink erstrahlen. Ein großartiges Ereignis, das ich hiermit unbedingt unterstützen möchte.

An diesen Orten könnt ihr heute Abend (23. Oktober) die eindrucksvoll angestrahlten Gebäude sehen:

19 bis 22 Uhr: Messegelände und das Brainlab-Gebäude am Messesee

18.30 Uhr bis 22 Uhr: BMW-Welt, Olympiaturm und das Dach im Forum des München Airport Center

Wer nicht live an einem der Gebäude vor Ort sein kann, kann sich per Livestream das wichtige Spektakel anschauen. Hier geht es heute Abend zum Livestream: www.frauen-verbinden.de.

Im Interview mit Frau Prof. Dr. Marion Kiechle

Im Zuge meiner Recherchen zum Breast Cancer Awareness Month habe ich einige Gespräche mit Freundinnen geführt und dabei wichtige, aufkommende Fragen aufgeschrieben, die mir Frau Prof. Dr. Marion Kiechle – Direktorin der Frauenklinik am Klinkum rechts der Isar – lieberweise kurzfristig in einem Telefoninterview beantwortet hat:

1. Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit an Brustkrebs zu erkranken?

Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung der Frau, in unseren Breitengraden erkrankt jede zehnte Frau und weltweit steigt die Anzahl der Neuerkrankungen pro Jahr drastisch an. Der größte Risikofaktor ist das Alter, vor allem zwischen 50 und 70 Jahren.

2. Sind Frauen nach der Schwangerschaft mehr gefährdet?

Nach der Schwangerschaft sind Frauen nicht mehr gefährdet. Im Gegenteil, Frauen die viele Kinder bekommen und Stillen, erkranken weniger häufig an Brustkrebs.

3. Stimmt es, dass Sport vor Brustkrebs schützt?

Ja. Sport ist eine der wichtigsten, vorbeugenden Maßnahmen! Frauen die sich regelmäßig bewegen, kriegen weniger häufig Brustkrebs. Egal wo die Bewegung stattfindet, ob in der Freizeit im Fitnessstudio oder im ganz normalen Alltag.

Im Alltag helfen schon die kleinen Dinge, wie beispielsweise…

  • zur Arbeit laufen,
  • eine Bahn vorher aussteigen und den Rest zu Fuß gehen,
  • Treppen steigen statt Aufzug oder Rolltreppe,
  • mit dem Rad zur Arbeit fahren.

Ist jemand erblich vorbelastet (angeborene erbliche Veranlagung), sportlich und achtet auf den BMI, bekommen diese Personen ebenfalls weniger häufig Brustkrebs.

4. Welche Rolle spielt das Körpergewicht/der BMI?

Optimal ist ein BMI zwischen 20 und 25. Auch noch in Ordnung ist ein BMI zwischen 25 und 29, ab einem BMI von 30 ist es gefährlich für die Gesundheit. Starkes Übergewicht ist ein Risikofaktor.

Als Eltern bitte immer hinterher sein, dass Kinder sich bewegen, vor allem Jugendliche zwischen 14 und 20 Jahren. Hat man sich als junger Erwachsener von 14 bis 20 Jahren zu wenig bewegt, ist das Risiko hoch.

5. Schützt eine bewusste Ernährung vor Brustkrebs? Worauf ist hier zu achten?

Die derzeit  gesündeste Ernährung ist die mediterrane Art der Ernährung. Viel Gemüse, Vollkornprodukte, weißes Fleisch oder Fisch, wenig Zucker/süße Sachen, wenig Sachen mit versteckten Fetten (Fertiggerichte, Wurst), am Besten naturbelassene Lebensmittel direkt verarbeiten. Als Fettquelle vor allem pflanzliche Produkte wie Olivenöl, Nüsse et cetera nehmen.

Diese Form der Ernährung führt zu weniger Herzkreislauf- und weniger Krebserkrankungen.

6. Bedeutet das, ein bisschen Zucker ist erlaubt?

Natürlich, aber auch hier gilt es, achtsam mit dem eigene Körper umzugehen. Ob Zucker im Kaffee oder ein Stück Kuchen, das ist alles gut. Wichtig ist, Zucker nicht hauptsächlich als Kohlenhydratquelle zu nehmen.

7. Ab welchem Alter sollte man zur Vorsorge gehen? Und wie oft?

Zur Früherkennung von Krebs bei der Frau wird die Untersuchung ab 20 Jahren beim Gynäkologen  empfohlen. Ab 50 Jahren sollte man unbedingt alle zwei Jahre zur Mammographie gehen, das ist momentan die einzig wirklich gute Maßnahme zur Brustkrebsfrüherkennung. Besteht eine erbliche Brustkrebsveranlagung, dann beginnt ein spezielles Früherkennungsprogramm bereits ab 25 Jahren.

8. Was bringt welche Vorsorge wirklich?

Das Selbstabtasten der Brust  bringt etwas für die Körperwahrnehmung und erinnert einen immer wieder daran, auf sich zu achten! Natürlich ist das nicht die beste Früherkennungsmethode, doch wenn einer Frauen dabei etwas auffällt, geht sie auch zum Arzt.

9. Inwieweit ist die Sterblichkeitsrate in den letzten Jahrzehnten aufgrund der Vorsorge/der Aufklärung zur Früherkennung bei Brustkrebs gesunken? Zu Beginn erwähnten Sie, dass die Anzahl der Neuerkrankungen pro Jahr drastisch ansteigt.

Es erkranken zwar mehr Frauen an Brustkrebs, aber es sterben nicht mehr so viele. Bei einer Früherkennung hat man sehr gute Heilungschancen. Die Früherkennung bringt was fürs Überleben! Die Früherkennung kann in Deutschland drei bis viertausend Frauen pro Jahr vor dem Brustkrebstod bewahren. Man sollte diese Chance nutzen und hingehen!

Diese Maßnahmen schützen vor Brustkrebs:

Vier Stunden Bewegung pro Woche. Aber: Das Problem dabei ist im Alltag natürlich manchmal die Motivation. Hier sollte sich jeder für sich die Frage stellen: Wie motiviere ich mich, Bewegung mit Nachhaltigkeit in meinen Alltag zu integrieren? Denn es reicht leider nicht, das nur eine Zeit lang zu leben, sondern dauerhaft. Gut und am leichtesten ist es, die Bewegung in den Alltag mit den oben genannten Punkten zu integrieren. Rad statt Bahn, Treppen statt Aufzug, regelmäßige Spaziergänge et cetera.

Normalgewicht halten oder anstreben, BMI nicht über 29.

Mediterrane Ernährung

Auf pflanzliche Fettquellen zurückgreifen, z. B. Olivenöl und Nüsse

Alkohol ist erlaubt, aber wenn es geht nur zum Essen ein Glas Sekt oder Wein.

Nicht rauchen! Rauchen ist ein absolutes No go.

Die Früherkennungsuntersuchung wahrnehmen!

So könnt ihr heute unterstützen

Kommt ihr heute Abend zufällig an einem der Gebäude vorbei, könnt ihr ganz einfach mithelfen und unter den Hashtags #pinkribbon25 #elcdonates ein Foto auf eurem Social Media Account teilen. Pro Hashtag spendet Estée Lauder 25 Dollar.

 

Bildmaterial Collage: Estée Lauder Companies, ba&sh